Ich mach mein Ding – wenn andere das sagen, klingt es für mich eher anstrengend. Da geht es meistens um Karriere, ums Geschäftemachen oder um Selbstverwirklichung. Und da ist dann nicht nur egal, was die anderen sagen, sondern auch egal, was die anderen abbekommen. Ich mach mein Ding, ich nehme mir meine Freiheit – so verstanden, steht vor allem eins im Vordergrund: Das Ich.
Und damit sind wir bei der Freiheit, einem zentralen Thema der Reformation. Alle kennen den Spruch: Meine Freiheit endet da, wo die Freiheit eines anderen berührt wird. Martin Luther geht noch etwas weiter: „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemandem untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“ Er sagt damit, dass Christen letztlich nur an Gott gebunden sind und deshalb vor nichts und niemandem buckeln müssen. Zugleich ist aber die Liebe das, was Gott ausmacht. Gott ist die Liebe, heißt es. Deshalb werde ich versuchen, auch meinen Mitmenschen mit Liebe und Respekt zu begegnen.
Ich werde also nicht immer nur mein Ding machen, sondern anderen auch mal den Vortritt lassen. Ich kann mich mit meinen Mitmenschen auch über deren Erfolge freuen. Ich muss nicht immer an erster Stelle stehen. Auch das ist Freiheit.
Am 31. Oktober ist Reformationstag. Um 18 Uhr feiern alle evangelischen Gemeinden Langenhagens das zusammen in der Elisabethkirche unter der Überschrift: „Von der Freiheit eines Christenmenschen“.
Torsten Kröncke, Pastor der Elisabeth-Kirchengemeinde Langenhagen