50 Jahre Resser Kapernaum-Kirchengemeinde
Am Sonntag wird das Jubiläum mit einem Café-Gottesdienst gefeiert

Das Gelände rund um die Kapernaum-Kirchengemeinde eignet sich besonders auch für Gottesdienste unter freiem Himmel.Foto: privat
Resse (jo). Für die Resser Kapernaum Kirchengemeinde haben schon mit dem Start in das Jahr 2026 die Aktionen zu diesem besonderen Ereignis begonnen, zuletzt waren es das ausgesprochen beliebte Resser Frühstück sowie eine Table-Quiz-Veranstaltung, die vom Kirchenvorstand angeboten und organisiert wurden. Eben erst war das Murmiland mit seinen bunten und vielfältig phantasievoll gestalteten Murmelbahnen zu Gast im Gemeindehaus, am kommenden Sonntag, 1. November findet die Woche mit dem Café-Gottesdienst ihren Abschluss, zu dem auch Superintendent Dirk Jonas erwartet wird.

Eine wechselvolle Geschichte hat die Gemeinde erlebt, die 1971 vom Landeskirchenamt Hannover mit Heitlingen zur „Ev.-luth.Kapernaum-Kapellengemeinde Resse“ zusammengefasst wurde und die Teil der Kirchengemeinde Engelbostel blieb. Nur drei Jahre später folgte die kommunale Gebietsreform, die eine weitere Neuordnung mit sich brachte. Heitlingen wechselte zur Kirchengemeinde Osterwald und die Kapellengemeinde Resse wandelte das Landeskirchenamt in die eigenständige „Ev.-luth. Kapernaum-Kirchengemeinde Resse“ um, die anschließend dem Kirchenkreis Burgwedel zugeordnet wurde. Erste Pastorin wurde Käte Mahn, die von 1974 bis 1976 ihr Amt versah. 1977 wurde neben dem Gemeindehaus ein Glockenträger errichtet, am 1. Advent wurde der kleine Turm eingeweiht, in dem seitdem die schon lange vorhandene Glocke ihren Platz erhalten hat. Zuvor stand sie mehrere Jahre ungenutzt im Altarraum. 1977 wurde die Pfarrstelle zum ersten Mal mit Pastor Karl-Heinz Friebe regulär besetzt, der bis 1987 im Amt blieb. Ein Jahr später bekam Resse mit Hannelore Schneg eine eigene Pfarramstsekretärin und die Gemeinde wuchs. 1986 wurde das Gemeindehaus um Räumlichkeiten für eine Kita-Gruppe im Erdgeschoss und einen Jugendraum im Obergeschoss erweitert. Auch der Altarraum mit der markanten Ziegelwand kam dazu.

Nach dem Ausscheiden von Pastor Friebe, der in das Landesjugendpfarramt wechselte, wurde Pastor Karsten Brüggemann im August 1987 in sein Amt in Resse eingeführt. Mit der Kirchengemeinde verbunden ist bis heute der Kindergarten in direkter Nachbarschaft, dessen Träger der Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen ist und der zunächst unter dem Dach des Gemeindehauses untergebracht war.

1993 übernahm Pastor Jürgen Schnare die Vakanzvertretung für Pastor Friebe, 1994 fand der Einführungsgottesdienst von Pastor Jürgen Mensching statt.

Vier Jahre später konnte die Kirchengemeinde die Einweihung eines eigenstädnigen Kita-Neubaus feiern, gleichzeitig begann die Zeit, in der die Gemeinde langsam kleiner wurde. Das hatte zur Folge, dass die Pfarrstelle auf eine halbe Stelle gekürzt werden musste. Mit dem Eintritt in den Ruhestand von Pastor Mensching wurde die Kooperation zwischen der St. Michaeliskirche in Bissendorf und der Kapernaum-Kirchengemeinde besiegelt.

Heute gilt für alle fünf Kirchengemeinden in der Wedemark eine enge Zusammenarbeit, für die Resser Kirchengemeinde gibt es keine eigene Pfarrstelle mehr, auch alle Büro- und Verwaltungsangelegenheiten werden von Bisssendorf mit erledigt. Der Rückgang der Kirchenmitglieder ist in allen Kirchengemeinden spürbar und hat Spuren hinterlassen. Umso wichtiger ist die Arbeit der Kirchenvorstandsmitglieder geworden. Für die Resser Kapernaum-Kirchengemeinde , deren Name übersetzt „Dorf des Nahum“ oder „Dorf des Trostes“ lautet trifft dies zu, denn auch ohne feste Pfarrstelle sind es die zahlreichen religiösen aber auch weltlichen Angebote und Zusammenarbeiten der Gruppen im Dorf, die die kleine Gemeinde besonders macht. Hier werden 50 Jahre Kirchengemeinde, Gottesdienste und Kirchenpartys genauso wie Geburtstage und Gemeindefahrten gefeiert – und das mit alteingesessenen Resserinnen und Ressern genauso wie mit allen zugezogenen Neubürgern.



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