Gemeinsam feiern, dankbar sein

Langenhagen/Wedemark. Letztens habe ich einen Satz aufgeschnappt, der mir im Kopf geblieben ist: „Nicht die glücklichen Menschen sind dankbar, sondern die dankbaren Menschen sind glücklich.“ Seitdem beschäftigt mich der Satz und ich ertappe mich dabei, dass ich mich immer wieder frage, ob es einen Unterschied macht, worauf ich meinen Blick richte.

Einen Moment der Dankbarkeit habe ich beim Jugendball der Ev. Jugend erlebt. Schon bei den Vorbereitungen mit den Teamenden war viel Engagement und Vorfreude spürbar. Jugendliche brachten ihre Ideen und ihre Zeit ein, planten und packten mit an. Am Abend des Balls verwandelte sich die Kirche in eine Tanzfläche mit toller Stimmung und Begegnungen. Es wurde gelacht, getanzt und gemeinsam gefeiert. Wenn ich an diesen Abend zurückdenke, bin ich glücklich und erfüllt. Ich bin dankbar für meinen Job, in dem ich mit Jugendlichen arbeiten darf, die sich mit Begeisterung engagieren, Verantwortung übernehmen und ihre Ideen einbringen. Und ich bin dankbar für die Gemeinschaft, die dabei entsteht.

In meinem Alltag fällt mein Blick oft zuerst auf das, was ich noch erledigen muss. Meine To-do-Liste, anstehende Aufgaben und Termine haben mich im Griff. Dabei verliere ich manchmal aus dem Blick, was eigentlich gerade in dem Moment ist, und was gelingt. Was Menschen gemeinsam auf die Beine stellen, und was wächst, wenn jede*r etwas beiträgt. Vielleicht ist das ein Gedanke, den wir aus der Erntedankzeit mitnehmen können: bewusst wahrnehmen, was uns geschenkt ist: Menschen, die uns begleiten, Gemeinschaft, die uns trägt, … Nicht alles können wir selbst machen oder planen. Manches wächst erst im Miteinander. Ich glaube, dass Gott uns gerade in diesen Momenten begegnet: in einem guten Gespräch, im miteinander Lachen und füreinander da sein. Wo Menschen einander stärken und gemeinsam etwas gestalten, wird für mich etwas von Gottes Liebe sichtbar.

Dankbar zu sein bedeutet nicht, dass immer alles leicht ist oder gelingt. Es heißt auch nicht, Schwierigkeiten zu übersehen. Für mich bedeutet es, das Gute im Blick zu behalten, auch wenn wir dessen Wachstum nicht erzwingen können. Das gilt für die Ernte genauso wie für Freundschaften, Gemeinschaft und Vertrauen. Denn vielleicht beginnt Dankbarkeit genau dort, wenn wir entdecken, wie viel Gutes unser Leben bereichert und dass wir mit all dem, was unser Leben ausmacht, in Gottes Hand geborgen sind.

Vielleicht nehmen Sie sich heute einen Augenblick Zeit und fragen sich: Wofür bin ich dankbar? Welche Begegnung hat mir gutgetan? Was ist mir gelungen? Und wem möchte ich einfach einmal Danke sagen?

Rebecca Wülbern,

Diakonin in der Wedemark

Druckansicht