Einen Strich durch diese eigentliche nette Geste hat nun die Stadt gemacht: Eine solche Pflanzaktion an einer öffentlichen Straße ist nicht gewünscht – die Bäumchen mussten wieder ausgegraben werden. Hier kommt Sabine Bierkamp ins Spiel, die nicht einfach tatenlos zuschauen wollte, wie die Bäumchen ohne einen Platz in guter Erde eingehen würden. In ihrem eigenen Garten hatte sie leider keinen ausreichenden Platz, also griff sie zum Telefon und suchte zunächst beim NABU Wedemark Hilfe. Die Idee dahinter war, dass sie vielleicht einen Platz auf einer der Streuobstwiesen bekommen könnten. Das war leider nicht möglich, dort werden nur Bäume einer bestimmten Größe gepflanzt, um möglichen Wildverbiss zu vermeiden. Trotzdem war der Kontakt wertvoll, denn der NABU gab den Tipp, es doch mal bei den Verantwortlichen rund um das Moorinformationszentrum (MoorIZ) im Dorf zu versuchen. Sabine Bierkamp tauschte daraufhin Telefon mit Laptop, schrieb eine entsprechende Email und bekam folgende Antwort: „Liebe Frau Bierkamp, wir helfen gerne bei der Rettung der Bäumchen und ja, wir haben Platz und nehmen sie!“ Für die Resserin eine große Freude, zumal einer der ehrenamtlichen Mitarbeiter des MoorIZ beziehungsweise des Betreibervereins „Bürger für Resse“ sogar nach Hannover kam, die Bäumchen wieder ausbuddelte und anschließend auf dem Vereinsgelände am MoorIZ fachmännisch eingepflanzt hat.
„Das war wirklich eine tolle Sache“, so Sabine Bierkamp: „Alles hat dann wie ein Uhrwerk ineinandergegriffen und lief dann fast von selbst.“ Besonders beteiligt seien Detlef Schwertmann vom NABU Wedemark, Margret Mahler vom Verein Bürger für Resse und schließlich Wolfgang Wawrzinek, der die Pflanzaktion übernommen hatte: „So engagiert, couragiert und reibungslos haben alle zusammengearbeitet, dass ich froh und stolz bin, eine Resserin zu sein.“ Und ganz am Rande freut sie sich auch noch über die Tatsache, dass sie von ihrem zu Hause aus beobachten kann, wie sich die Bäumchen entwickeln und auch, wann sie zum ersten Mal tatsächlich Früchte ansetzen werden.