Osing lebte für das Geräteturnen. So schreibt es der SCL in seinem Nachruf. Das betont auch seine hinterbliebene Frau, Christiane „Kiki“ Lütke-Holz: „Das Turnen und seine Mädels waren ihm immer extrem wichtig.“ Bis zuletzt, noch knapp zwei Wochen vor seinem Tod, sei Osing in der Halle gewesen. Auch sonst sei er in seinen letzten Tagen so aktiv wie möglich gewesen, sagt seine Frau. „Er hat nie aufgegeben.“
Mit der Turnabteilung leitete Osing die mitgliederstärkste Sparte des Vereins. 40 Jahre lang war er verantwortlich für das Leistungsturnen der Mädchen. Seine Nachwuchsförderung war vom Deutschen Turner-Bund (DTB) als Turn-Talentschule zertifiziert. Zahlreiche Sportlerinnen, die er trainiert hatte, waren erfolgreich: Sie erreichten Landesmeisterschaften, Meisterehren und schafften es in Bundesligateams. „Er war super ehrgeizig mit den Turnerinnen“, sagt Lütke-Holz.
Doch: „Willi war nicht nur für die Kinder da, sondern auch für die Eltern“, sagt sie. Er habe sich um alle gekümmert, die Hilfe brauchten und sie bei ihm suchten. „Er hatte ein großes Herz“, sagt Lütke-Holz.
Viele Frauen und Mädchen, die Osing trainiert hatte, würden sich nun bei ihr melden und ihre Trauer und ihr Mitgefühl bekunden. So habe eine frühere SCL-Turnerin geschrieben, dass die Halle für sie dank Osing immer wie ein Zuhause gewesen sei.
Doch nicht nur in der Turnhalle, sondern auch im Klassenzimmer half Osing vielen Kindern. Auch nachdem der Schulleiter 2016 in Mellendorf in den Ruhestand gegangen war, gab er weiter Unterricht. Der Pädagoge, der mit seiner Familie in Großburgwedel lebte, unterrichtete einen Deutschkurs an der Robert-Koch-Realschule, der heutigen Leibniz-IGS, in Langenhagen und begleitete Skifreizeiten der Schule.
Osing war begeisterter Skifahrer. Am Rande der Piste hatte er vor etwas mehr als 30 Jahren auch seine Frau kennengelernt.
Zusammen mit ihrer gemeinsamen Tochter war sie bei Osing, als er starb.